Online-Beratung jetzt direkt im Shop buchbar

Ab sofort steht im Shop ein eigenes Portal für meine Online-Beratung zur Verfügung. Damit können auch deutschsprachige Privatkunden im Ausland gezielt auf meine Fachinformationen zugreifen und bei Bedarf eine individuelle Beratung buchen.

Aktuelle Themenbereiche:

  • Sattelberatung (Grundaustausch): Klärung wichtiger Grundlagen und erste Einschätzungen
  • Unterstützung beim Gebrauchtsattelkauf: Hilfe bei Auswahl und Beurteilung
  • Begleitung nach meiner Ersten-Hilfe-Checkliste: Strukturierte Unterstützung im Problemfall

👉 Bitte beachten: Die Beratung erfolgt ausschließlich in deutscher Sprache.

Den Einsatz von Kunststoffen bei Gebissen sehe ich inzwischen sehr skeptisch.

Kunststoffe im Gebiss – Risiken für Pferd und Gesundheit

Den Einsatz von Kunststoffgebissen sehe ich inzwischen sehr kritisch. In der Praxis zeigt sich, dass das Material unter Belastung schnell rau und spröde wird. Die Folge: offene Maulwinkel, Beschädigungen am Gebiss oder sogar durchgebissene Gebisse.

Ein weiteres Problem: Die meisten Kunststoffgebisse sind nicht als frei von schädlichen Substanzen gekennzeichnet – gerade dann nicht, wenn sie zusätzlich mit Geschmacksstoffen versehen sind.

Das Rauwerden des Kunststoffs ist immer mit Abrieb verbunden. Damit gelangt Mikroplastik direkt in den Körper des Pferdes. Die gesundheitlichen Folgen von Mikroplastik sind inzwischen bei Mensch und Tier erforscht:

  • Appetitlosigkeit
  • Allergien
  • Entzündungen von Darm und Leber
  • langfristig sogar Krebsrisiken

Trotzdem wird diese Problematik oft ignoriert und Kunststoff weiterhin bedenkenlos eingesetzt.

In meiner Arbeit stelle ich immer wieder Pferde fest, die im Bereich der Bauchpartie sehr empfindlich auf Druck oder Abtasten reagieren. Hier sollte unbedingt eine Gastroskopie erfolgen, um Erkrankungen frühzeitig abzuklären und Schlimmeres auszuschließen.

Das Thema Trensenkunde mit einem Gebisscheck wird ein immer größeres Thema.

Trensenkunde und Gebisscheck – ein oft unterschätzter Faktor für das Wohlbefinden des Pferdes

Bei einer professionellen Sattelkontrolle genügt es heute längst nicht mehr, nur den Sattel zu überprüfen. Ein ganzheitlicher Blick auf das Pferd ist unverzichtbar. Deshalb beginnt jeder Sattelcheck mit einer genauen Kontrolle auf Verspannungen, Druckempfindlichkeiten, Verletzungen oder Schmerzreaktionen – auch im Gurt- und Bauchbereich. Denn ein Sattel kann nicht sinnvoll angepasst werden, wenn das Pferd bereits Schmerzen oder Blockaden hat.

Warum auch die Trense in den Blick gehört

Oft wurde der Kopfbereich bisher nur im Rahmen einer Vermessung für eine Maßtrense beachtet. Dabei zeigen aktuelle Studien, dass in der Trensenkunde und beim Gebisscheck ein enormes Potenzial von über 80 % steckt, um das Wohlbefinden und die Leistungsbereitschaft des Pferdes zu verbessern.

  • Geeignete, pferdegerechte Gebisse fördern Losgelassenheit und Zufriedenheit.
  • Das Zaumzeug darf nicht auf empfindliche Nerven drücken.
  • Viele Nachbauten oder Billigprodukte am Markt sind ungeprüft und können dem Pferd erheblichen Schaden zufügen.

Genau wie bei den Bauchgurten gilt: Unter manchen Gebissen und Zäumen verbergen sich regelrechte Folterinstrumente, die Laien im Handel oder online kaum erkennen können.

Typische Warnsignale

Anzeichen, dass Zaumzeug oder Gebiss nicht passen, sind zum Beispiel:

  • Das Pferd reibt sich nach dem Abtrensen den Kopf oder schubbert sich.
  • Häufiges Spielen mit dem Gebiss oder Herauspressen der Zunge.
  • Herausstrecken oder Hängenlassen der Zunge.
  • Probleme besonders bei doppelt gebrochenen Gebissen, die oft die Zunge stören.

Auch gilt: Beschädigte Kunststoff- oder Gummigebisse sind sofort auszutauschen.
Dabei muss bedacht werden, dass nicht jedes Problem am Gebiss selbst liegt – oft haben Störungen auch andere Ursachen, die ganzheitlich betrachtet werden müssen.

Fachgerechte Kontrolle statt Risiko

Nur wenn Gebiss und Zaumzeug wissenschaftlich geprüft und von einer Fachkraft am Pferd kontrolliert werden, kann echte Sicherheit bestehen. Unsachgemäße Anwendungen – etwa zu eng verschnallte Nasenbänder – sind weiterhin weit verbreitet und können massive Schäden anrichten. Wichtig: Pferde atmen ausschließlich über die Nase!

Erweiterte Serviceleistung

Meine Preisliste habe ich daher um die Servicedienstleistung Trensenkunde und Gebisscheck erweitert. Damit wird der Sattelcheck noch umfassender und liefert einen entscheidenden Beitrag zu Pferdegesundheit, Losgelassenheit und Wohlbefinden.


👉 Warum sollte die Trense nicht vernachlässigt werden?
Weil ein passendes Gebiss und korrekt angepasstes Zaumzeug entscheidend für das Wohlbefinden, die Leistungsfähigkeit und die langfristige Gesundheit des Pferdes sind.

Von Sattelkorrekturen, Pads und Fellunterlagen

Immer wieder tauchen selbsternannte „Fachkundige“ auf, die mit fragwürdigen Behauptungen und gefährlichem Halbwissen Reiter verunsichern. Ziel ist dabei meist nicht die fachgerechte Beratung, sondern der Verkauf von Sätteln, Pads oder Fellunterlagen. Leidtragende sind die Pferde, die unter falschen Informationen und mangelnder Anpassung leiden.

Typische Falschaussagen

Besonders häufig begegnen uns Aussagen wie:

  • Sattelanpassungen seien unnötig. Ein Profi müsse Sättel nicht regelmäßig kontrollieren oder korrigieren.
  • Pads und Fellunterlagen gleichen alles aus. Ungleichheiten im Pferd oder Sattel könnten dauerhaft und professionell damit „repariert“ werden.
  • Korrekturen durch Fachleute seien überflüssig. Weder Sitzschulung, physiotherapeutische Arbeit am Pferd noch eine Sattelanpassung würden benötigt.
  • Sattelkissen verändern sich nicht. Einmal im Werk gefüllt, blieben sie angeblich immer gleich und müssten nicht individuell ans Pferd angepasst werden.

Solche Aussagen sind schlicht falsch. Sie verkennen die Realität der Sattelanpassung und stellen professionelle Sattler und Sattelfitter – organisiert im Bundesverband der Fachsattler (BVFR) oder in der Society of Master Saddlers (SMS) – zu Unrecht als Abzocker dar.

Woran man Inkompetenz erkennt

Einige deutliche Warnsignale:

  • Das Pferd zeigt Unzufriedenheit, und die einzige Lösung lautet: „Wir legen einfach ein Fellpad drunter, dann passt das schon.“
  • Die Kopfeisenweite wird nicht am Pferd gemessen, sondern „mit dem Auge geschätzt“.
  • Es werden keinerlei Aufzeichnungen oder Anpassungsprotokolle erstellt.
  • Fragen nach Reitergewicht oder reiterlicher Einwirkung bleiben unbeachtet.

Richtiger Einsatz von Pads und Fellunterlagen

Pads können in Ausnahmefällen sinnvoll sein – zum Beispiel zur temporären Unterstützung nach einer Korrektur oder im Training. Sie sind jedoch kein Ersatz für eine professionelle Sattelanpassung und schon gar nicht geeignet, dauerhaft strukturelle Probleme zu kaschieren.

Wissenschaftliche Grundlage statt Verkaufsargument

Wissenschaftliche Untersuchungen belegen eindeutig:

  • Nur eine korrekt angepasste Sattel-/Pferd-Kombination sorgt für langfristige Gesundheit und Leistungsfähigkeit.
  • Fehlbelastungen durch unpassende Sättel führen zu Verspannungen, Schmerzverhalten, asymmetrischer Muskulatur und dauerhaften Schäden.
  • Sattelunterlagen haben Grenzen. Sie können keine fehlerhafte Passform ersetzen, sondern dienen ausschließlich als Ergänzung – nicht als Korrekturalternative.

👉 Fazit:
Sattelkorrekturen gehören in die Hände eines Fachmanns. Pads und Fellunterlagen können eine sinnvolle Ergänzung sein, ersetzen aber niemals die fachgerechte Anpassung eines Sattels an Pferd und Reiter.

Gurtdruck und seine Auswirkungen

Seit einer viel beachteten Studie vor den Olympischen Spielen 2012 in London weiß man deutlich mehr über den Einfluss von Gurtdruck auf die Bewegungen des Pferdes. Seither sind zahlreiche Gurte auf den Markt gekommen, die mit Schlagworten wie „druckentlastend“ oder „mehr Freiheit“ beworben werden. Grundsätzlich ist jede Weiterentwicklung zum Wohle des Pferdes zu begrüßen. Allerdings sollten Behauptungen, die nicht durch belastbare Studien belegt sind, kritisch hinterfragt werden.

Was Studien zeigen

  • Druckspitzen hinter dem Ellbogen
    Die höchsten Belastungen entstehen nicht auf dem Brustbein, sondern direkt hinter dem Ellbogen. Genau dort ist das Gewebe besonders empfindlich.
  • Einfluss von Form und Design
    Anatomisch geformte Gurte können Druckspitzen nachweislich reduzieren und zu mehr Bewegungsfreiheit beitragen, etwa durch längere Vorhandstreckung oder bessere Beugung der Gelenke.
  • Einfluss der Gurtspannung
    Je fester der Gurt angezogen wird, desto mehr verschiebt sich der Druck nach vorne Richtung Brustkorb. Eine dauerhaft zu hohe Spannung kann die Beweglichkeit einschränken und langfristig zu Verspannungen führen.
  • Geschwindigkeit verstärkt Druck
    Untersuchungen mit Rennpferden zeigen: Je schneller die Gangart, desto höher die Druckspitzen – besonders im Galopp.
  • Unterschiede je nach Pferd
    Bauweise, Muskulatur und Empfindlichkeit sind individuell verschieden. Ein Gurt, der bei einem Pferd funktioniert, kann bei einem anderen Probleme bereiten.

Was noch unklar ist

Langzeitfolgen von dauerhaftem Gurtdruck sind bislang kaum erforscht. Auch die Messmethoden unterscheiden sich, sodass Ergebnisse schwer vergleichbar sind. Klar ist jedoch: Design und Passform haben erheblichen Einfluss und dürfen nicht unterschätzt werden.

Praktische Empfehlungen

  • Einen anatomisch geformten Gurt wählen, der Druckzonen meidet.
  • Nicht zu fest anziehen, lieber Spannung moderat halten.
  • Regelmäßig prüfen, ob der Gurt korrekt sitzt und das Material intakt ist.
  • Reaktionen des Pferdes beobachten: Abwehr, Scheuerstellen oder Bewegungsunlust können Hinweise auf Probleme sein.
  • Fachgerechte Anpassung und Kontrolle einplanen, da kleine Unterschiede große Wirkung haben können.

👉 Hier finden Sie die ausführliche Studie (PDF)

Zum aktuellen Ausbruch der Pferdeseuche Herpes EHV 1

Sehr geehrte Kundschaft,

aufgrund der aktuellen und beunruhigenden Meldungen zum Ausbruch der Pferdeseuche Herpes EHV-1 ergreifen wir konsequent Maßnahmen, um das Übertragungsrisiko bei unserer Arbeit auszuschließen.

Bis auf Weiteres gelten daher folgende Hygieneregeln mit höchster Priorität:

  • Wechsel der Oberbekleidung (Einwegkittel) zwischen den Ställen

  • gründliches Händewaschen bzw. Desinfizieren vor jedem Pferdekontakt

Bitte haben Sie Verständnis, dass wir Ställe ohne grundlegende sanitäre Ausstattung derzeit nur eingeschränkt anfahren können.

Hinweis: Der Einsatz von Einwegkitteln wird als Kleinmaterial zu unserem Einkaufspreis berechnet (2 Stück = 5,34 € / pro Stall).

Wir bitten Sie außerdem um Mitteilung, wenn in Ihrer Umgebung Krankheitsausbrüche bekannt sind oder Sie an Ihrem Pferd bzw. im Stall Anzeichen möglicher Infektionen feststellen. Typische Symptome sind u. a.:

  • Appetitlosigkeit

  • trübe Augen

  • mattes oder lethargisches Verhalten

  • Husten

  • Ausfluss aus Augen oder Nase

  • Durchfall

  • Hautverletzungen

Nur durch gemeinsames, verantwortungsvolles Handeln können wir die Ansteckungsgefahr wirksam reduzieren.

Vielen Dank für Ihr Verständnis und Ihre Unterstützung.

Mit freundlichen Grüßen
Ihr Team der Sattlerei Steitz