So beginnen viele dieser Anfragen: Unser Sattler hat uns … #
Ihr Sattler oder Ihre Sattlerin hat Ihnen einen Fairfax, Kent & Masters oder Thorowgood empfohlen, vertreibt diese Marken jedoch nicht und verweist Sie daher an mich.
Oft erfolgen Anfragen nur mit dieser Empfehlung – jedoch ohne aussagekräftige Maße, Unterlagen oder klare Vorstellungen für die weitere Vorgehensweise. Das folgende Problem: Aus einem inzwischen riesigen Programm wird es unübersichtlich.
Wenn Sie von Erfahrungen in einem dieser Sättel schreiben, nennen Sie bitte auch den kompletten Code (z. B. MDM 17,5″ ).
Bei Routinechecks (bei gesunden Pferden in der Regel alle 2–3 Monate notwendig) arbeite ich ausschließlich nach meinen eigenen Vorgaben.
Eine wichtige Frage, die im Raum steht:
Möchten Sie nach dem Kauf weiterhin mit diesem Sattler/dieser Sattlerin zusammenarbeiten – auch wenn die Person nicht in meinem Service- und Vertriebsbereich tätig ist?
Der Hersteller von Fairfax, Kent & Masters und Thorowgood weist ausdrücklich darauf hin, dass nur autorisiertes Fachpersonal Anpassungen und Korrekturen an seinen Sätteln vornehmen soll.
In diesem Zusammenhang möchte ich auf ein weiteres häufiges Problem hinweisen: was ist denn, wenn eine Mischpolsterung entstanden ist?
Weitere Informationen: Sattelkorrektur in der Werkstatt.
Zur Erklärung der Vertriebsrechte:
In der Vergangenheit haben sich bereits mehrere Kollegen an diesem Vertrieb versucht. Wer nicht fachgerecht nach Herstellervorgaben prüft, arbeitet und dauerhaft guten Service am Pferd anbietet, verliert die Vertriebsrechte schnell wieder.
Oft wird die Trennung mit dem Brexit begründet – tatsächlich trifft das nicht zu. Denn UPS, mit dem der Hersteller versendet, managt die Angelegenheiten mit dem Zoll und der Vorsteuer.

Gerade wenn zwischen Empfehlung und tatsächlichem Bedarf Unterschiede von mehreren Kopfeisenweiten oder gar mehreren zehn Grad auftreten, stellt sich die Frage, welche verwertbaren Erkenntnisse aus der ursprünglichen Beratung überhaupt mitgenommen werden konnten.
Handelt es sich um jemanden, der nur Sattelfitting anbietet oder mit Herstellern zusammenarbeitet, die Testsättel zur Verfügung stellen, reicht das alleine nicht als Qualitätsnachweis. Wenn mir anschließend Kunden ohne verwertbare Maße oder Unterlagen vorgestellt werden, zeigt sich schnell, wie wertvoll die vorangegangene Beratung wirklich war.
Was sollte nach einer Fachberatung eigentlich bekannt sein? #
Nicht jeder Berater oder Händler hat für jedes Pferd den passenden Sattel verfügbar. Das ist völlig normal. Wenn jedoch bereits eine fachliche Beratung stattgefunden hat, sollte am Ende mehr übrig bleiben als die Empfehlung, einen anderen Anbieter aufzusuchen.
Nach einer fachgerechten Beurteilung sollten zumindest grundlegende Informationen vorliegen:
- Welche Sitzgröße benötigt der Reiter?
- Welche ungefähre Winkelung oder Kammerweite erscheint passend?
- Wie lang darf der Sattel maximal aufliegen?
- Welche Anforderungen stellt der Pferderücken an den Sattelbaum?
- Welche Bauarten oder Modelle kommen grundsätzlich infrage und welche eher nicht?
- Welche Veränderungen oder Besonderheiten am Pferd derzeit zu berücksichtigen sind?
Selbst wenn kein passender Sattel angeboten werden konnte, sollte der Kunde nach einer Fachberatung sein Pferd sowie die Anforderungen der Kombination aus Pferd, Reiter und geplanter Nutzung besser einschätzen können als zuvor.
Fehlen diese grundlegenden Informationen vollständig und besteht die Empfehlung lediglich darin, einen anderen Sattler aufzusuchen, beginnt die nächste Beratung häufig wieder bei Null. Für den Kunden bedeutet dies häufig die Wiederholung bereits durchgeführter Arbeitsschritte, obwohl zuvor bereits eine Fachberatung stattgefunden haben soll.
👉 Das Übliche mit den Sattelverkäufern
Bringen Sie vorhandene Unterlagen, Messergebnisse, Fotos oder Empfehlungen gerne mit. Auch unvollständige Informationen können hilfreich sein. Entscheidend ist jedoch, dass diese nachvollziehbar und überprüfbar sind.
Häufige Fragen:
- Wie funktioniert Ihr Konzept für Fernkunden?
- Kann ich den Kopfeisenwechsel selbst vornehmen?
- Wie stellen Sie sicher, dass der Sattel perfekt passt?
- Arbeiten Sie nach fremden Maßaufzeichnungen oder Scans?
- Wie berechnen Sie die Anfahrtskosten?
- Wann sind Sie in meiner Region unterwegs?
- Warum arbeiten Sie nicht wie andere Sattler?
Fazit #
Eine Fachberatung muss nicht zwingend zu einem passenden Sattel führen. Sie sollte jedoch dazu führen, dass der Kunde mehr über die Konstellation aus Pferd, Reiter und Sattel wissen sollte als zuvor. Ebenso sollten die Anforderungen der Konstellation Pferd, Reiter und Sattel besser verstanden sein. Hierzu gehören nicht nur Maße und Winkelungen, sondern auch eine fachliche Einschätzung der reiterlichen Belastung, der geplanten Nutzung und der Grenzen möglicher Sattellösungen.
Nicht jede Fachberatung endet mit der Empfehlung eines bestimmten Sattels. Manchmal besteht das Ergebnis einer fachgerechten Beratung darin festzustellen, dass die Anforderungen von Pferd, Reiter und gewünschter Nutzung derzeit nicht sinnvoll miteinander vereinbar sind.
Wer mich bereits kennt, weiß: Ich bin nicht dafür bekannt, solche Punkte mit möglichst vielen Blumen zu umschreiben. Wenn ich Grenzen sehe, spreche ich sie an. Das gilt unabhängig davon, ob es um die Sitzgröße des Reiters, die Belastbarkeit des Pferdes, den Trainingszustand oder die Erwartungen an einen Sattel geht.
Auch die Erkenntnis, dass derzeit keine sinnvolle Sattellösung existiert, kann das Ergebnis einer erfolgreichen Fachberatung sein. Nicht jede Fragestellung lässt sich durch den Kauf eines anderen Sattels lösen.
Gerade bei Ponys, Kleinpferden und vielen Islandpferden besteht das Ergebnis einer Fachberatung nicht selten darin, die Grenzen der Kombination aus Pferd, Reiter und geplanter Nutzung aufzuzeigen. In diesen Fällen lässt sich die Fragestellung häufig nicht allein durch die Wahl eines anderen Sattels lösen.
Hinweis zur Einordnung #
Die dargestellten Beispiele beziehen sich auf typische Aussagen aus der praktischen Kundenkommunikation und stellen keine pauschale Bewertung anderer Fachbetriebe oder Personen dar.
Fachliche Einschätzungen können je nach Ausgangssituation, Pferd und Zielsetzung unterschiedlich ausfallen.
Eine Beurteilung ist daher ausschließlich im konkreten Einzelfall möglich.
Wie geht es jetzt weiter? #
Allgemeine Aussagen oder Einschätzungen ohne direkte Prüfung vor Ort sind in der Sattelbeurteilung nicht belastbar.
Mehrere Meinungen ersetzen keine fachgerechte Prüfung.
Entscheidend ist immer die funktionelle Beurteilung am Pferd unter Bewegung und unter Berücksichtigung des Reiters.
Wenn Sie mit genau solchen Aussagen konfrontiert sind, ist der nächste sinnvolle Schritt keine weitere Meinung – sondern eine fachgerechte Überprüfung.
