Was ist bei Lederbäumen zu beachten?

Wie ich immer sage:  Ich nehme keinen Sattel in den Vertrieb, den ich mir nicht vorher genau von innen angeschaut habe. Aber meist gibt es hierzu auch vom Hersteller eigene Vertriebskonzepte, bzw. die den Vertrieb über unabhängige Fachhändler und Sattler meiden.

Der Laie selbst sieht nur den äußeren Anschein. Die Werbung verspricht und behauptet sehr viel, doch fehlen uns dann meist die wissenschaftlichen Belege, dass dieses Konzept wirklich zum Wohl des Pferdes ist.

Bei Sätteln, bei denen die inneren Werte und die Verarbeitung nicht klar dargestellt werden, ist Skepsis erst einmal anzuraten. Daher prüfe ich immer gerne alles selbst, schaue es mir an und mache mir meine Gedanken, ob mich das Konzept überzeugen kann, bzw. welche Überlegungen und Erfahrungen hier gegenüberstehen. Mit Sätteln, die hierbei nicht leicht zu öffnen und das Konzept dem Kunden vorzustellen sind, habe ich leider öfters Überraschungen in meiner Werkstatt erlebt.

Vorgang M31130472/10949: Ein typisches Beispiel eines solchen älteren Sattels in der genaueren Untersuchung.

  • Die Bügelriemen-Aufhängungen sind 0,5 cm unterschiedlich angebracht.
  • Die hintere Gurtbefestigung ist ungleich angenäht und verzieht hiermit den Sattel.
  • Hinten (gegenüber der rückseitigen Galerie) ist ein Eftereisen eingebaut (eingenietet), um die Lage, bzw. den Reitersitz zu stabilisieren. Dieses Eisen ist hier sehr ungleich geformt und drückt somit rechts das Pferd unter dem Reitergewicht mehr als links. Es ist auch sehr schlecht auszubauen und so, z.B. einer veränderten Rückenlage wieder anzupassen.
  • Als Kopfeisen war ein viel zu enges HS-Kopfeisen eingebaut und wurde zwischenzeitlich gegen einen entsprechenden Nachbau in der geeigneten Kammerweite und mit einer Ortgangverlängerung nachgerüstet, um sicher den Trapezbereich mit dem aktiven Schulterblatt zu überbrücken. Ortgangverlängerung: Diese spezifische Detaillösung ist hier nicht zu sehen.
Aufbau zur Kontrolle
Kontrolle der Bügelriemenaufhängung
Kontrolle der Gurtführung aus rechtem Winkel zur Mittellinie
Schablone links, nach Lotpunkt auf dem Eftereisen ausgerichtet
Schablone rechts, nach Lotpunkt auf dem Eftereisen ausgerichtet
Kontrolle des Eftereisens auf Symmetrie

Die Erfahrung zeigt uns, dass es sehr wichtig ist, nicht nur das Kopfeisen, sondern auch das Eftereisen in der Kontrolle zu behalten. Beide Eisen sind am besten direkt oder mittels Schablone auf dem Pferd zu prüfen, um sicher zu stellen, dass nichts drückt oder zu viel Spiel hat.

Powered by BetterDocs