Grundsätzlich empfehle ich Reithosen mit Leder- oder Kunstlederbesatz.
Gerade in der Sitzfläche kommen durch immer neuere Materialien, die dem Reiter in seinen Reithosen mehr Grip im Sattel versprechen, zu immer höheren Belastungen auf dem Leder. Teilweise über den gesamten Oberschenkelbereich.
Dies betrifft Reithosen mit Silikon- oder Polyurethanbesatz oder ungeeignete Hosen (z. B. normale Jeans), bei denen die inneren Beinnähte doppelt genäht sind.
Eine Reithose kann einen unpassenden Sattel, einen ungeeigneten Sitz oder reiterliche Probleme nicht lösen. Sie kann lediglich unterstützen oder zusätzliche Probleme verursachen.
Hinweis: Normalerweise würden wir doch auch nie auf die Idee kommen, minuten- oder gar stundenlang mit einem Radiergummi unseren Sattel zu traktieren, am besten, wenn das Leder dann langsam und unter Druck durchfeuchtet.
Wenn Sie dann Probleme mit Ihrem Sattel haben, kann ich Sie nur an Ihren Hosenverkäufer verweisen.


Mit diesem Thema und den Auswirkungen habe ich mich in meinem Infoblatt zur Lagerung und Pflege auseinandergesetzt.
Hinweis zur Einordnung #
Die Eigenschaften einer Reithose lassen sich nicht allein über Werbeaussagen, Materialbezeichnungen oder Herstellerangaben beurteilen.
Entscheidend ist, wie sich das Material unter Belastung im Sattel verhält. Unterschiede bei Haftung, Reibung, Bewegungsfreiheit, Feuchtigkeitsverhalten und Materialstärke können den Sitz des Reiters sowie die Bewegungsabläufe im Sattel deutlich beeinflussen.
Meine Empfehlungen beruhen daher überwiegend auf praktischen Beobachtungen aus der täglichen Arbeit bei Sattelkontrollen und Sattelanproben – nicht auf Herstellerwerbung oder einzelnen Produkttests.
