View Categories

Was ist zum Vorreiten zu beachten?

Kernaussage: Ob ein Vorführen oder Vorreiten erforderlich ist, ergibt sich aus der angemeldeten Fragestellung und den Feststellungen während des Termins. Deshalb müssen Pferd, Reitperson und die tatsächlich verwendete Ausrüstung so vorbereitet sein, dass eine Beurteilung in Bewegung bei Bedarf ohne unnötige Verzögerung möglich ist.

Bitte vor dem Termin beachten

Die allgemeinen Voraussetzungen für Pferd, Reiter, Ausrüstung und den Treffpunkt finden Sie unter:
Empfehlungen und Hinweise zur Terminvorbereitung

Warum kann ein Vorreiten erforderlich werden? #

Die Beurteilung eines Sattels beginnt nicht erst unter dem Reiter. Zunächst werden das Pferd, die Sattellage, der vorhandene Sattel und die angemeldete Fragestellung überprüft.

Bestimmte Zusammenhänge lassen sich jedoch erst in der Bewegung oder unter Belastung nachvollziehen. Dazu können unter anderem gehören:

  • auffälliges Verhalten beim Satteln, Gurten, Aufsteigen oder Anreiten,
  • Veränderungen im Bewegungsablauf mit und ohne Sattel,
  • Unruhe oder Instabilität des Sattels unter dem Reiter,
  • eine auffällige Einwirkung oder Sitzposition der Reitperson,
  • die Überprüfung von Aussagen wie „Mit Pad oder Fell ist das ganz anders“,
  • die Kontrolle einer vorgenommenen Veränderung am Sattel.

Ob und in welchem Umfang vorgeführt oder vorgeritten wird, entscheidet sich daher anhand des konkreten Verlaufs des Termins. Nicht bei jedem Sattelcheck ist automatisch ein vollständiges Vorreiten notwendig.

Das Pferd bitte zunächst ohne Sattel und Zaumzeug vorstellen #

Das Pferd soll zum Beginn des Termins entsprechend den Empfehlungen und Hinweisen zur Terminvorbereitung sauber, möglichst trocken, locker und ohne Sattel oder Zaumzeug bereitstehen.

Bitte satteln oder trensen Sie das Pferd nicht bereits vor meinem Eintreffen. Das Aufsatteln und Auftrensen erfolgt erst im vorgesehenen Ablauf und nach entsprechender Aufforderung. Nur so kann der Ausgangszustand zunächst unbeeinflusst beurteilt werden.

Wichtig: Das Pferd soll vor dem Termin zwar entsprechend vorbereitet und gelöst sein, jedoch nicht unmittelbar zuvor geritten oder intensiv trainiert werden.

Weitere Erläuterungen:
Sattelcheck nach einer Reitstunde – warum das nicht funktioniert

Welche Reitperson muss anwesend sein? #

Wenn ein Vorreiten erforderlich werden kann, muss die in der Anmeldung angegebene Reitperson anwesend und in der Lage sein, das Pferd unter den üblichen Bedingungen sicher vorzustellen.

Wird das Pferd regelmäßig von mehreren Personen geritten, müssen alle für den Auftrag maßgeblichen Reitpersonen bereits in der Anmeldung angegeben werden. Eine kurzfristig eingesetzte, nicht angemeldete Reitperson kann die Vergleichbarkeit der Beobachtungen verändern und zusätzlichen Zeitbedarf verursachen.

Soll auf ausdrücklichen Kundenwunsch vorgeritten werden, obwohl sich dies aus der fachlichen Prüfung nicht zwingend ergibt, muss dieser Wunsch bereits bei der Anmeldung mitgeteilt werden. Nur dann kann der zusätzliche Zeitbedarf bei der Terminplanung berücksichtigt werden.

Welche Ausrüstung muss griffbereit sein? #

Bitte halten Sie die tatsächlich genutzte und in der Anmeldung angegebene Ausrüstung vollständig und gut erreichbar bereit:

  • den zu prüfenden Sattel einschließlich Bauchgurt,
  • die normalerweise verwendete Sattelunterlage,
  • zusätzlich verwendete Pads, Felle oder Einlagen,
  • Steigbügelriemen und Steigbügel,
  • das üblicherweise verwendete Zaumzeug,
  • gegebenenfalls Gamaschen oder Bandagen,
  • geeignete Reitkleidung, Reithelm und sicheres Schuhwerk.

Sollen unterschiedliche Unterlagen, Pads oder andere Ausrüstungsvarianten miteinander verglichen werden, müssen diese vollständig vor Ort sein. Nicht vorhandene Ausrüstung kann während des Termins nicht mitbeurteilt werden.

Wie kann das Vorreiten ablaufen? #

Je nach Fragestellung kann es sinnvoll sein, das Pferd zunächst an der Hand oder an der Longe und anschließend unter dem Reiter zu betrachten. Ebenso können kurze Vergleiche mit unterschiedlicher Ausrüstung oder vor und nach einer Veränderung am Sattel erforderlich werden.

Dabei geht es nicht um eine Reitstunde oder eine Bewertung der reiterlichen Leistung. Beurteilt werden ausschließlich die für den Auftrag maßgeblichen Zusammenhänge zwischen Pferd, Reiter, Sattel, Ausrüstung und Bewegung.

Der notwendige Ablauf wird während des Termins festgelegt. Ein eigenständiges Weiterreiten oder ein Wechsel der Ausrüstung sollte deshalb erst nach Rücksprache erfolgen.

Wann darf nicht vorgeritten werden? #

Zeigt das Pferd Lahmheit, deutliches Schmerzverhalten oder andere gesundheitliche Auffälligkeiten, kann ein Vorreiten nicht verantwortbar sein. Gleiches gilt, wenn die räumlichen, wetterbedingten oder sicherheitsrelevanten Voraussetzungen vor Ort nicht ausreichen.

Sicherheit geht vor: Ein Pferd, das nicht sicher geführt oder geritten werden kann, darf nicht allein für die Sattelbeurteilung einer vermeidbaren Gefahr ausgesetzt werden. Unter solchen Umständen kann die Prüfung eingeschränkt oder abgebrochen werden.

Welche Bedeutung hat das Vorreiten für die Endabnahme? #

Wurden Veränderungen am Sattel vorgenommen, kann eine anschließende Kontrolle unter dem Reiter erforderlich sein. Erst dabei zeigt sich, wie Pferd, Reiter und Sattel unter den tatsächlichen Nutzungsbedingungen zusammenwirken.

Weitere Informationen finden Sie unter:
Wie ist das mit der Endabnahme und dem Vorreiten?

Zeitaufwand und Berechnung #

Das Vorführen oder Vorreiten sowie erforderliche Vergleichsdurchgänge benötigen zusätzliche Zeit. Dieser Aufwand wird entsprechend der tatsächlich erbrachten Leistung nach meiner jeweils gültigen Preisliste berechnet.

Die Notwendigkeit lässt sich nicht in jedem Fall bereits vor dem Termin abschließend erkennen. Planen Sie deshalb sowohl bei einem Sattelcheck als auch bei einer Sattelanprobe ausreichend Zeit ein.


Weiterführende Informationen #

Powered by BetterDocs