- Einschränkungen des Systems
- Die Rückenmitte wird auf eine gerade Gerätelängsachse reduziert
- Vergleich unterschiedlicher Messsysteme
- Praxisbezug: Warum mir das System nicht reicht
- Anforderungen bei Gutachten
- Problematische Messpositionen
- Praxisbeispiel: Position A wird vollständig ausgeschlossen
- Fehlende Transparenz
- Fazit
- Hinweis zum letzten Rippenbogen und zur Umsetzung am TOMAX
Nein. Dieses System liefert lediglich ein statisches Abbild einzelner Messpunkte am Pferderücken im Stand. Für meine Arbeit genügt das nicht. Entscheidend ist für mich der muskuläre und tragfähige Zustand des Pferdes in Bewegung – am besten direkt vor Ort, gemeinsam mit dem Reiter.
Die grundlegende Problematik solcher Systeme beginnt jedoch bereits bei der zugrunde liegenden Messmethodik (siehe: Informationen zum Saddle-Check Messsystem).
Ich nutze seit Jahren das Vermaß-Protokoll zu diesem System, habe es aber um die für mich entscheidende Kopfeisenlinie (GL) erweitert – sowohl im Stand als auch in einer simulierten Bewegung.
Gerade bei Systemen wie TOMAX zeigt sich, dass ein bereits im Ansatz begrenztes Messverfahren durch nachgelagerte Mittelwertbildung systematisch verfälscht wird.
Das Problem liegt daher nicht in einer abweichenden Vorgehensweise, sondern in der systembedingten Glättung real vorhandener Asymmetrien.
Die Vereinfachung betrifft dabei nicht nur die seitlichen Querschnitte. Auch der räumliche Verlauf der Rückenmitte wird durch die konstruktiv vorgegebene Längsachse des Geräts begrenzt. Auf diese bislang kaum beachtete Einschränkung gehe ich weiter unten gesondert ein.
Diese Methode ist ein Baustein – keine vollständige Passformbeurteilung. Unterschiedliche Messverfahren erfassen jeweils nur bestimmte Größen, beispielsweise Form, Abstand, Winkel, Druck oder Oberflächentemperatur.
Warum kein einzelnes System die gesamte Sattelsituation abbildet und nach welchen Kriterien der tatsächliche Erkenntnisgewinn beurteilt werden sollte, lesen Sie unter: Warum wird vermessen?
Ein statisches Rückenabbild ersetzt keine funktionale Beurteilung am Pferd. Wie die Prüfung unter realen Bedingungen erfolgt, zeigt das folgende Video.
Wissenschaftliche Einordnung:
Die wissenschaftliche Literatur zeigt klar, dass die Beurteilung eines Sattels nicht auf statischen Messungen im Stand basieren kann.
- Der Pferderücken verändert sich unter Bewegung und Belastung deutlich, wodurch Standaufnahmen die tatsächliche Situation nur unzureichend abbilden.
- Bereits geringe Veränderungen an der Sattelpassform führen zu messbaren Auswirkungen auf Bewegungsablauf und Belastung.
- Unpassende Kopfeisenweiten verändern die Druckverteilung signifikant und können die Beweglichkeit des Pferdes einschränken.
Einfluss der Sattelpassform auf Druckverteilung und Bewegungsmechanik (Studie ansehen)
Eine rein statische Messung oder Mittelwertbildung kann diese dynamischen Zusammenhänge nicht abbilden.
Einschränkungen des Systems #
- Kein geeichtes Gerät: Das TOMAX ist weder geprüft noch offiziell abgenommen (z. B. durch TÜV).
- Nur Mittelwerte: Mit seinen fünf Messsäulen werden lediglich Durchschnittswerte im Stand erfasst. Dadurch erscheint der Rücken gleichmäßiger als er tatsächlich ist. Reale Asymmetrien werden rechnerisch geglättet und nicht abgebildet.
- Festgelegte Längsmittellinie: Die mittleren Messpunkte können in Längsrichtung und Höhe eingestellt, jedoch nicht seitlich aus der vorgegebenen Geräteachse verschoben werden. Ein seitlich abweichender Verlauf der Rückenmitte geht bei der Übertragung verloren.
- Einseitige Darstellung: Fett- oder Wassereinlagerungen, Verspannungen oder muskuläre Schieflagen werden nicht realistisch wiedergegeben.
- Technische Probleme: Es kam vor, dass sich einzelne Tragarme am Gerät verhakten.
- Fehlende Linienführung: Die wichtige GL-Linie sowie der Verlauf des letzten Rippenbogens fehlen vollständig. Beides ist für die Beurteilung und Einrichtung eines Sattels wesentlich.
Die Rückenmitte wird auf eine gerade Gerätelängsachse reduziert #
Eine weitere wesentliche Begrenzung betrifft den räumlichen Verlauf der Oberlinie. Nach der veröffentlichten Patentschrift besteht der TOMAX aus mehreren, in Längsrichtung verschiebbaren und in der Höhe verstellbaren Messsäulen. Der obere mittlere Messpunkt jeder Säule bleibt dabei konstruktiv auf der festgelegten Längsmittellinie des Geräts.
Damit können die Längsabstände und Höhenunterschiede zwischen den einzelnen Messpositionen eingestellt werden. Nicht erfasst wird jedoch, ob ein mittlerer Messpunkt gegenüber den übrigen Punkten seitlich versetzt liegt. Die Rückenmitte wird folglich nur innerhalb einer festgelegten senkrechten Längsebene dargestellt.
Verläuft die Rücken- beziehungsweise Wirbelsäulenlinie von oben betrachtet nicht geradlinig, kann dieser seitliche Verlauf am TOMAX nicht nachgebildet werden. Der jeweilige Höhenwert bleibt erhalten, seine tatsächliche seitliche Position im Raum geht bei der Übertragung jedoch verloren.
Hierbei geht es nicht nur um eine selten diagnostizierte Skoliose. Strukturelle und funktionelle Asymmetrien sind bei Pferden weit verbreitet. Sie können sich unter anderem in Lateralflexion, axialer Rotation, mediolateraler Verschiebung, unterschiedlichen Muskelprofilen und daraus entstehenden Kompensationsmustern zeigen.
Untersuchungen von Centaur Biomechanics belegen, dass sich die thorakolumbosakrale Wirbelsäule nicht nur in Beugung und Streckung bewegt. Zu ihrer räumlichen Bewegung gehören ebenso Lateralflexion, axiale Rotation und mediolaterale Verschiebung. Diese Komponenten verändern sich zudem unter dem Einfluss von Reiter, Belastung und Bewegungsablauf.
Eine unterschiedlich ausgeprägte linke und rechte Rückenseite und ein seitlich abweichender Verlauf der Rückenmitte sind dabei zwei verschiedene Informationen. Selbst wenn die seitlichen Messpunkte eines einzelnen Querschnitts getrennt eingestellt werden könnten, bliebe sein mittlerer Messpunkt weiterhin an die konstruktiv vorgegebene Längsmittellinie des Geräts gebunden.
Das TOMAX erzeugt daher kein frei im Raum verlaufendes Abbild des Pferderückens. Es überträgt ausgewählte Messwerte auf ein Modell mit konstruktiv festgelegten Verstellrichtungen. Der Begriff „dreidimensional“ darf deshalb nicht mit einer vollständigen Wiedergabe aller tatsächlich vorhandenen räumlichen Merkmale gleichgesetzt werden.
Veröffentlichte Grundlagen:
- Patentschrift EP 2 476 372 A1 – Vorrichtung zur dreidimensionalen Abbildung von Pferderücken
- Differential rotational movement and symmetry values of the thoracolumbosacral region
- Auswirkungen einer asymmetrischen Reiterposition auf die thorakolumbale Wirbelsäule
- The Challenge of Defining Laterality in Horses: Is It Laterality or Just Asymmetry?
Schlussbemerkung
Der bloße Einsatz eines TOMAX oder eines vorgeschalteten 3D-Scanners belegt weder eine vollständige Erfassung noch eine naturgetreue räumliche Wiedergabe des Pferderückens. Er zeigt zunächst lediglich, dass ausgewählte Messwerte auf ein Modell mit konstruktiv festgelegten Verstellmöglichkeiten übertragen wurden.
Wer aus einem solchen Modell fachliche oder gutachterliche Schlussfolgerungen ableitet, muss deshalb nachvollziehbar offenlegen, welche Daten tatsächlich erfasst, welche davon auf das Gerät übertragen und welche räumlichen Informationen dabei nicht berücksichtigt wurden. Ein allgemeiner Hinweis auf eine „dreidimensionale Abbildung“ oder eine automatische Einstellung genügt hierfür nicht.
Gerade bei einer gutachterlichen Verwendung muss auch für einen fachfremden Dritten – insbesondere für ein Gericht – klar erkennbar bleiben, was unmittelbar am Pferd festgestellt wurde, was das Gerät tatsächlich darstellen kann und welche Aussagen lediglich aus dem technisch vereinfachten Modell abgeleitet wurden.
Scheinbare technische Präzision darf nicht mit einem vollständigen Befund gleichgesetzt werden.
Daher ist dieses System nicht geeignet, um reale Gegebenheiten am Pferd zuverlässig abzubilden oder als Grundlage für eine fachgerechte Beurteilung zu dienen.
Entscheidend für meine Arbeit ist nicht ein statisches Abbild im Stand, sondern die tatsächliche Funktion des Sattels unter Belastung.
Dass eine technische Aussage durch ihre wiederholte Veröffentlichung in Fachberichten und Zeitschriften zunehmend als gesichert wahrgenommen wird, obwohl ihre konstruktiven Grundlagen nicht vollständig geprüft wurden, ist kein ausschließliches Problem des TOMAX.
Warum die Häufigkeit oder Reichweite einer Veröffentlichung noch nichts über ihre fachliche Belastbarkeit aussagt, lesen Sie unter:
→ Das Problem mit vielen Veröffentlichungen von Tests in Zeitschriften
Vergleich unterschiedlicher Messsysteme #
Ein häufig unterschätztes Problem besteht darin, dass verschiedene Messsysteme oftmals nicht an identischen Positionen arbeiten oder unterschiedliche anatomische Bezugspunkte verwenden.
Bereits kleine Veränderungen der Messposition können zu deutlich abweichenden Ergebnissen führen. Dadurch entstehen scheinbar vergleichbare Messwerte, obwohl tatsächlich unterschiedliche Bereiche des Pferdes beurteilt wurden.
Eine vergleichende Übersicht verschiedener Messansätze finden Sie hier:
Um zur Materialkunde ein wenig mehr Einblick zu bekommen, empfehle ich dieses Video: https://youtu.be/QzhEYEgp8XM.
Ich arbeite daher gezielt mit:
- der Beurteilung des Druckbildes im Sattelkissen,
- dem aktiven Schulterblattbereich in Bewegung,
- der Kopfeisenprüfung in simulierten Bewegungsabläufen direkt am Pferd,
- sowie dem Abfühlen der Sattellage und Bauchgurtlage unter realen Bedingungen.
Diese Faktoren liefern unmittelbar verwertbare Informationen über Tragfähigkeit, Druckverteilung und Bewegungsfreiheit – und sind durch statische Messsysteme nicht ersetzbar.
Praxisbezug: Warum mir das System nicht reicht #
Meine Aufgabe ist es, Sättel in der Bewegung einzurichten – unter Einbeziehung von Pferd und Reiter. Dafür brauche ich keine idealisierten Stand-Abbilder, sondern praxisnahe Daten.
Selbst wenn Messprotokolle genau geführt werden, liefern TOMAX und ähnliche Systeme für mich keinen zusätzlichen Nutzen.
Anforderungen bei Gutachten #
Wird das Gerät im Rahmen einer Begutachtung eingesetzt, müssen alle Aufzeichnungen vollständig offengelegt werden:
- Fotos in Originalgröße, mit erkennbaren Maßpunkten
- Abbildung des gesamten Pferdes (inkl. Hufe)
- Maßstabskontrolle anhand des Stockmaßes
Fehlen solche Nachweise, ist die Nachvollziehbarkeit eingeschränkt – und damit auch das Gutachten selbst.
Problematische Messpositionen #
- Position A und B: zeigen Schulterblatt und Schulteransatz. Sie sind wichtig für Verspannungen und Schiefstände, können aber am symmetrisch aufgebauten TOMAX nicht korrekt erfasst werden.
- Kopfeisenlinie (GL): 3 Finger / ca. 5 cm hinter dem Schulterblatt. Dieser Bereich ist tragend und zeigt häufig Atrophien. Er wird im TOMAX nicht berücksichtigt.
- Die Position K entsteht rechnerisch zwischen D und E und basiert nicht auf einer eigenständigen Formabnahme am Pferd. Genau hier finden sich jedoch oft Druckempfindlichkeiten oder Trageerschöpfungen.
Fotos in Fachartikeln (z. B. Equitrends) zeigen zudem Fehler im praktischen Einsatz, etwa Dressursättel, die fälschlich auf der ersten Messsäule aufliegen.
Praxisbeispiel: Position A wird vollständig ausgeschlossen #
Die vollständige Messaufzeichnung zeigt an Position A einen deutlich asymmetrischen Linienverlauf. Gleichzeitig reichte das wesentlich aktivere Schulterblatt in der Bewegung bis in den Bereich der GL.
Die nicht ausgefüllten Tabellenfelder bei 7, 14 und 21 cm bedeuten nicht, dass die Messpositionen nicht erfasst wurden. Maßgeblich sind die vollständig abgezeichneten Kurven. Würden daraus lediglich einzelne Messpunkte in die Tabelle übertragen, ginge der an Position A deutlich sichtbare asymmetrische Linienverlauf weitgehend verloren. Der vorhandene Schulterschiefstand könnte anhand der reduzierten Zahlenwerte nicht mehr zuverlässig nachvollzogen werden.
Noch schwerer wiegt, dass Position A beim Aufbau des TOMAX überhaupt nicht übernommen wird. Die Übergabe der Messdaten beginnt erst bei Position B. Die an Position A vollständig erfasste Form wird somit nicht lediglich vereinfacht, sondern vollständig aus dem Modell ausgeschlossen.
Zusätzlich wird Position B zur neuen Nullbasis. Dadurch geht auch der Höhenzusammenhang zwischen A und B verloren. Da das aktive Schulterblatt bei diesem Pferd bis zur GL einwirkte und die GL ebenfalls nicht als eigenständige Position auf den TOMAX übertragen wird, fehlen dem aufgebauten Modell sowohl die tatsächliche Form des vorderen Schulterbereichs als auch dessen funktioneller Bewegungsraum.
Der TOMAX bildet damit nicht den vollständig vermessenen Pferderücken ab, sondern lediglich einen rechnerisch veränderten Ausschnitt ab Position B.
Hinzu kommt: Messdaten können bereits während der Fertigungszeit überholt sein #
Zwischen den beiden Vermessungen dieses Pferdes lagen lediglich 37 Tage. Innerhalb dieses kurzen Zeitraums wurden folgende Veränderungen festgestellt:
- GL2 veränderte sich von 19,2 auf 20,3 cm.
- GL3 veränderte sich von 28,5 auf 29,7 cm.
- Das genaue Winkelmaß stieg von 84,2 auf 89,5 Grad.
- Das geeignete Kopfeisen veränderte sich von blau auf rot.
- Das Schulterblatt zeigte eine wesentlich größere Aktivität und wirkte in der Bewegung bis in den Bereich der GL ein.
Wäre anhand der Messung vom 15.07.2026 ein Maßsattel in einer Werkstatt angefertigt und abschließend eingerichtet worden, hätten die zugrunde gelegten körperlichen Voraussetzungen am 21.08.2026 bereits nicht mehr dem aktuellen Zustand des Pferdes entsprochen. Eine noch so genaue Übertragung der ursprünglichen Messwerte kann dieses zeitliche Problem nicht ausgleichen.
Die Werkstatt kann einen Sattel anhand der übermittelten Momentaufnahme konstruieren und vorbereiten. Ob er dem Pferd zum Zeitpunkt der Fertigstellung tatsächlich noch entspricht und unter Reiterbelastung ausreichend Bewegungsfreiheit bietet, lässt sich dort jedoch nicht abschließend beurteilen.
Ein Pferderückenabbild dokumentiert immer nur den Zustand im Moment der Messung. Die Vorstellung, einen Maßsattel allein anhand dieser statischen Daten in einer Werkstatt dauerhaft passend einrichten zu können, ist fachlich nicht haltbar. Erforderlich sind ein ausreichend anpassbares Sattelkonzept sowie die abschließende Einrichtung und Kontrolle am aktuellen Pferd, unter Belastung und in Bewegung.
Fehlende Transparenz #
- Es gibt keine offizielle Bedienungsanleitung für das TOMAX.
- Interpretation und Anwendung sind nicht einheitlich geregelt.
- Angaben zu nachstellbaren Quermaßen fehlen.
- Gerade bei breiten Pferden (A–C) zeigt sich die Problematik besonders deutlich.

Das macht das System in seiner Arbeitsweise nicht nachvollziehbar.
Fazit #
Das TOMAX® HBST bildet den Pferderücken im Stand nur schematisch ab.
- Wichtige Bereiche wie Kopfeisenlinie und letzter Rippenbogen fehlen.
- Mittelwerte verschleiern muskuläre Probleme.
- Transparenz und klare Richtlinien gibt es nicht.
Für meine Arbeit – Sättelanpassung in Bewegung am Pferd – ist dieses System daher nicht geeignet.


👉 Ergänzend verweise ich auf:
- Informationen zum „Saddle-Check Mess-System“
- Handsäule Pferderückenabbilder
- EQUIscan und HORSESHAPE
- Einsatz des Kurvenlineals (BVFR)
- Das Grundproblem statischer Messungen im Stand
Hinweis zum letzten Rippenbogen und zur Umsetzung am TOMAX #
Nach aktuellen Empfehlungen, unter anderem vom Saddle Research Trust, sollte die Länge des Sattelbaums grundsätzlich nicht über die letzte Rippe hinausreichen. Zwar dürfen die Sattelkissen etwas länger sein, doch kann ein zu langer Baum die Beweglichkeit beeinträchtigen. Sind alle übrigen Passpunkte korrekt, wird ein leicht längerer Sattel von manchen Pferden toleriert – dies bleibt jedoch immer ein Risiko.
Zur praktischen Umsetzung der Maße am TOMAX-System ergibt sich folgendes Bild:
- Messposition A entfällt vollständig.
- Position B dient als neue Basis; der Höhenversatz zwischen A und B wird auf Null gesetzt, wodurch alle nachfolgenden Höhenwerte rechnerisch reduziert werden.
- Von B bis E werden die Quervermaßungen (bei 7, 14 und 21 cm) übertragen, die Messsäulen entsprechend dem Maßprotokoll aufgestellt.
- Zusätzlich wird eine künstliche Position K eingefügt, die lediglich den Mittelwert zwischen D und E darstellt. Sowohl Höhe als auch Quermaß beruhen also nicht auf realen Daten, sondern auf rechnerischen Annahmen.
Damit wird das Modell des Pferderückens auf gemittelte Werte reduziert. Eine Ausrichtung der Messsäulen von B aus – sowohl quer als auch längs – bildet die Realität nur unzureichend ab. Diese Vorgehensweise ist fachlich nicht belastbar.
Gerade die entfallenden Positionen A und B sind entscheidend, weil sich hier Schulter-Schiefstände, muskuläre Ungleichheiten oder Verspannungen zeigen können. Werden sie nicht erfasst, fehlt ein zentraler Teil der Beurteilung. Daher sollte bei jeder Begutachtung mit TOMAX eine vollständige Vermaßung samt Aufzeichnungen und Fotos offengelegt werden.

Die Einordnung und Bewertung solcher Messverfahren erfolgt daher ausschließlich im Rahmen einer fachgerechten Sattelbegutachtung unter Berücksichtigung von Bewegungsdynamik, Belastung und funktioneller Zusammenhänge.
→ Grundlagen für eine fachgerechte Sattelbegutachtung
→ Einordnung statischer Messverfahren am Beispiel Saddle-Check