Warum vollständige Angaben zu allen Reitern wichtig sind:
Jeder Reiter wirkt anders auf ein Pferd ein – er kann es fordern, unterfordern oder überfordern. Das beeinflusst nicht nur das Pferd, sondern auch den Sattel. Beides steht in Wechselwirkung.
Auch Trainer oder Bereiter zählen als Reiter und müssen mit ihren Daten erfasst werden. Wird ein Pferd in Beritt genommen, egal ob Teil- oder Vollberitt, sind daher nicht nur die Angaben eines einzelnen Reiters relevant.
Bei der Sattelprüfung wird nicht nur der Sattel betrachtet, sondern immer das gesamte Nutzungssystem aus Pferd, Reiter und Sattel.
Fehlende Daten führen zu Mehraufwand vor Ort, den ich berechnen muss.
Auswirkungen auf Pferd und Sattel #
- Ein zu schwerer Reiter kann Pferd und Sattel schädigen.
- Ein zu leichter oder kleiner Reiter findet in einem zu großen Sattel keinen stabilen Sitz.
- Fehlende Balance wirkt sich immer negativ aus.
Erforderliche Angaben für jeden Reiter #
- Vor- und Nachname
- Geburtsjahr
- Größe (cm)
- aktuelles Gewicht (kg)
Zusätzlich erwünscht:
- Reiterliche Befindlichkeiten (z. B. Angstreiter)
- Orthopädische und körperliche Besonderheiten (z. B. Schambeinproblem, Skoliose, Asymmetrien, Bewegungseinschränkungen, Bandscheibenvorfälle)
- Reiterlicher Ausbildungsstand
Hinweis zu körperlichen oder orthopädischen Besonderheiten des Reiters #
Der Reiter ist ein wesentlicher Bestandteil des biologisch-technischen Nutzungssystems aus Pferd, Reiter und Sattel. Körperliche Asymmetrien des Reiters können sich daher unmittelbar auf die Belastungsverteilung im Sattel auswirken.
Unterschiede in der Beinlänge, Beckenschiefstände, Skoliosen oder nicht verwendete orthopädische Einlagen führen häufig zu einer einseitigen Gewichtsverteilung im Sitz. Diese Belastung wird über den Sattel direkt auf den Pferderücken übertragen.
Solche Einflüsse können zu asymmetrischen Bewegungsmustern, ungleichmäßigen Druckverhältnissen oder wiederkehrenden Passformproblemen führen. Angaben zu körperlichen Besonderheiten der Reiter helfen daher, mögliche Ursachen für Sitz- oder Belastungsasymmetrien frühzeitig zu erkennen und bei der Beurteilung von Pferd, Reiter und Sattel angemessen zu berücksichtigen.
Diese Angaben gelten auch für Kinder und Jugendliche.
Bei Reitschulen oder Zoos können Sammelangaben gemacht werden (z. B. „Kinder bis 120 cm, max. 40 kg“).
Bei Bereitern bitte angeben, ob Voll- oder Teilberitt erfolgt und ob eigene Sättel genutzt werden.
Die Körpergröße des Reiters kann nur unter Annahme üblicher menschlicher Proportionen als allgemeiner Orientierungswert dienen. Deutlich abweichende Körperverhältnisse oder funktionelle Besonderheiten beeinflussen häufig weniger die theoretische Sitzgröße selbst, sondern vielmehr die praktische Umsetzung im bewegten System aus Pferd, Reiter und Sattel.
Hierzu zählen beispielsweise außergewöhnliche Beinverhältnisse, orthopädische Besonderheiten, Bewegungseinschränkungen oder individuelle Schwerpunktverlagerungen. Solche Faktoren können insbesondere Balance, Beinlage, Einwirkungsmöglichkeiten und die technische Umsetzbarkeit bestimmter Sattelkonzepte beeinflussen und werden daher gesondert berücksichtigt.
Gewichtsermittlung #
Falls das aktuelle Gewicht nicht bekannt ist, kann es vor Ort mit meiner Waage ermittelt werden.
Ohne Angaben keine Bearbeitung #
Ohne vollständige Angaben kann eine Anfrage nicht bearbeitet werden.
Werden die Voraussetzungen oder Hinweise nicht eingehalten, kann der Termin abgebrochen werden. Bereits entstandene Kosten werden in Rechnung gestellt.
Sitzgröße beim Reiter #
Die richtige Sitzgröße lässt sich nur aus Hüftmaß, Oberschenkelmaß, Gewicht und Körpergröße ableiten.
Angaben zur EU-Reithosengröße sind nicht geeignet.
Oberschenkellänge, Oberschenkelumfang und Hüftumfang werden in der Regel beim Termin vor Ort oder beim Probesitzen in der Werkstatt ermittelt.
