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Was bedeutet Sattelanprobe?

Die Sattelanprobe ist ein Reit-Termin zur finalen Anpassung des Sattels am Pferd. Dauer: etwa 1,5 Stunden.
Ziel: Der Sattel soll sich beim Reiten setzen, passend gepolstert und korrekt eingerichtet werden.

Voraussetzung:
Das Pferd muss sich unter dem Sattel mit Reitergewicht schmerzfrei und locker bewegen können.

Vor der Sattelanprobe #

Zuerst erfolgt die Sattelberatung mit einem Abstimmungsgespräch. Optional ist ein Probesitzen in der Werkstatt möglich, um die passende Sitzgröße und das angenehmste Modell für den Reiter zu finden – unabhängig vom Pferd.

Wichtig:
Beim Probesitzen steht der Reiter im Fokus. Das Pferd wird nicht benötigt, da die Sättel anhand der Beratung bereits in geeigneter Kopfeisenweite vorbereitet sind.
Durch gezieltes Positionieren auf dem Sattelbock kann der Reiter die Pauschenlage und den eigenen Schwerpunkt im Sattel direkt spüren und verschiedene Modelle vergleichen.

Mit dem Pferd wäre diese Einschätzung nicht möglich – zu viel Ablenkung, zu viele Einflüsse.
Daher wird das Pferd erst zur Sattelanprobe gebraucht, wenn der Sattel grundsätzlich passt und nun individuell angepasst wird.

Auch im Rahmen der Sattelanprobe bleibt der Reiter ein wesentlicher Bestandteil des Systems. Das Sitzgefühl sowie die Einwirkung können durch individuelle körperliche Voraussetzungen beeinflusst werden.

Die Passform eines Sattels ergibt sich daher nicht ausschließlich aus der Beurteilung am Pferd, sondern immer im Zusammenspiel von Pferd, Sattel und Reiter.

Weitere Zusammenhänge hierzu finden Sie unter:
Warum nicht jeder Sattel zu jedem Reiter passt

Erfassung vorhandener Ausstattung:
Beim Ersttermin wird die vorhandene Grundausstattung (z. B. Sattelunterlagen) lediglich erfasst.
Auffälligkeiten werden intern notiert, jedoch nicht weiter vertieft.
Die tatsächliche Beurteilung erfolgt erst im Rahmen der Sattelanprobe.

Ablauf der Sattelanprobe #

Die Sattelanprobe erfolgt nur mit dem Reiter, der auch beim Probesitzen und bei der Beratung dabei war.
Es wird kein Paralleltermin mit mehreren Reitern oder Pferden durchgeführt.

Ablauf

  • Reiten und Beobachten: Wie setzt sich der Sattel beim Reiten?
  • Mehrfache Anpassung: Der Sattel wird schrittweise gepolstert und eingerichtet.
  • Beurteilung zunächst ohne Sattelunterlage
  • Einbeziehen vorhandener Sattelunterlagen im weiteren Verlauf
  • Abschließende Kontrolle im realen Einsatz

Einordnung von Sattelunterlagen:
Zu Beginn wird bewusst ohne Sattelunterlage gearbeitet, damit sich ein verlässliches Druckbild direkt über das Sattelkissen entwickeln kann.

Erst nach der Optimierung des Sattels werden vorhandene Sattelunterlagen einbezogen.

Dabei zeigt sich häufig:
Viele handelsübliche Schabracken werden korrekt hochgekammert, verlieren jedoch in der Bewegung ihre Formstabilität. Insbesondere bei Pferden mit ausgeprägtem Widerrist spannt die Unterlage oft bereits nach wenigen Schritten über dem Widerrist und verliert damit ihre entlastende Funktion.

In solchen Fällen wird die Unterlage konsequent aus der weiteren Beurteilung herausgenommen und die Sattelanprobe ohne sie fortgeführt.

Weitere Informationen zu geeigneten Sattelunterlagen finden Sie hier:
Satteldecken und Schabracken auf Maß

Wichtig:
Das Pferd muss sich locker und zufrieden bewegen. Der Reiter muss sich im Sattel wohlfühlen.
Nur dann kann der Sattel angeboten bzw. mit einem abschließenden Feintuning zur Übergabe fertiggestellt werden.

Bitte beachten Sie hierzu auch mein Infoblatt zur Sattelanprobe:
Infoblatt zum neuen Sattel (PDF)


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